Wann ist eine kieferorthopädische Therapie notwendig?

Notwendig und ratsam ist die kieferorthopädische Therapie, wenn eine Fehlstellung von Zähnen und/oder Kiefer zu Beeinträchtigungen der Zahnfunktion führt oder die Gesundheit der Zähne, Kiefergelenke oder des Zahnhalteapparates gefährdet ist. Damit geht oft eine Einschränkung des Aussehens einher, da sich die Zahn- und Kieferstellungen unter anderem auf das Gesichtsprofil auswirken. Wenn die Fehlstellung zwar keine funktionellen Einschränkungen bewirkt, aber ästhetisch störend ist, kann sie ebenfalls behandelt werden.

Die Ziele der kieferorthopädischen Therapie

Ästhetik

Die Attraktivität eines Gesichts hängt maßgeblich von den Zähnen und der Form beider Kiefer ab. Unregelmäßig angeordnete Zähne wirken oft unschön, selbst wenn sie sehr gut gepflegt werden. Eine Kieferfehlstellung kann darüber hinaus die Gesichtszüge negativ beeinflussen: Bei einem starken Vorbiss z. B. erscheint das Gesicht oft „grimmig“, weil der Unterkiefer im Verhältnis vorsteht.

Eine kieferorthopädische Therapie verbessert daher nicht nur die Funktion, sondern wirkt sich darüber hinaus häufig positiv auf die Ästhetik aus. Sie kann die Zähne regelmäßiger und schöner wirken lassen. Außerdem kann sie dazu beitragen, ein Gesicht harmonisch zu formen.

Verbesserung der Funktion

Durch eine kieferorthopädische Therapie wird eine optimale Verzahnung angestrebt, bei der ein Minimum an Arbeit ein Maximum an Effizienz ermöglicht. Die Zähne von Ober- und Unterkiefer treffen genau an den korrekten Stellen aufeinander. Abbeißen, Schlucken und Zerkleinern von Nahrung, die Atmung und das Sprechen laufen problemlos ab.

Zahngesundheit und Prophylaxe

Bei Zahnfehlstellungen entwickeln sich oft Schmutznischen zwischen den verschobenen Zähnen. Das sind Winkel, die mit Zahnbürste und Zahnseide nur unzureichend gereinigt werden können und in denen sich bakterielle Beläge festsetzen. Sie begünstigen die Entstehung von Karies, Erkrankungen von Zahnfleisch und Zahnhalteapparat (Parodontitis) und fördern den Verlust von Zahnsubstanz. Mit einer kieferorthopädischen Therapie können solche Risiken vermindert werden.

Schutz vor Kiefergelenksproblemen

Eine genau passende Verzahnung der Zähne von Ober- und Unterkiefer reduziert darüber hinaus das Risiko von Kiefergelenksproblemen. Bei einer Fehlstellung kommt es oft zu Fehlbelastungen, die zu Muskelschmerzen (Craniomandibuläre Dysfunktion) und einer vorzeitigen, erhöhten Abnutzung der Zähne sowie der Kiefergelenke führen können.

Ob eine Craniomandibuläre Dysfunktion vorliegt, wird mit der Funktionsanalyse bestimmt.

Vor einer Implantation oder der Anpassung von Zahnersatz

Die kieferorthopädische Korrektur dient auch zur Vorbehandlung bei weiteren Therapien, insbesondere bei Erwachsenen: Werden fehlende Zähne über längere Zeit hinweg nicht ersetzt, können sich die Nachbarzähne verschieben. Damit ein Implantat, eine Brücke oder Teilprothese eingefügt werden kann, müssen im Vorfeld die Zähne unter Umständen wieder an die richtige Stelle verschoben werden.

Hier erfahren Sie mehr über die Korrektur der Zahnstellung vor der Anpassung von Zahnersatz (Präprothetische Kieferorthopädie).
Auch im Rahmen einer Parodontitis-Therapie kann eine ergänzende kieferorthopädische Behandlung sinnvoll sein (Parodontologische Kieferorthopädie).